Nach der öffentlichen Aufführung und Prämierung des Gewinners des 13. Internationalen Filmmusikwettbewerbs am 2. Oktober 2025 ging bei den Veranstaltern ein Hinweis ein, dass das ausgezeichnete Werk möglicherweise nicht vollständig eigenständig entstanden sei.
Die beteiligten Institutionen – die Tonhalle-Gesellschaft Zürich, das Forum Filmmusik und das Zurich Film Festival – haben diesen Hinweis umgehend und mit der gebotenen Sorgfalt geprüft. Dazu wurde ein unabhängiger Experte mit einer wissenschaftlichen und musikanalytischen Untersuchung beauftragt.
Die Untersuchung kam zum Schluss, dass wesentliche Passagen der Gewinnerkomposition geschützten Werken entnommen wurden, ohne dass ein ausreichender urheberrechtlicher Abstand vorlag. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurde der Preisträger nachträglich disqualifiziert. Die Jury prämiert im Wettbewerb jeweils nur den ersten Platz. Deshalb haben die Veranstalter entschieden, für das Wettbewerbsjahr 2025 keinen Gewinner auszuzeichnen.
Wir bedauern den Vorfall sehr. Der Internationale Filmmusikwettbewerb versteht sich als Plattform zur Förderung von Komponistinnen und Komponisten am Anfang ihrer Karriere und basiert auf dem Grundsatz der künstlerischen Eigenständigkeit und Integrität. Bislang gab es keine Hinweise, die eine systematische Plagiatsprüfung erforderlich erscheinen liessen. Die involvierten Juries bewerteten die eingereichten Werke nach künstlerischen Kriterien. Eine vertiefte urheberrechtliche Prüfung war bislang nicht Bestandteil des Bewertungsprozesses. Der aktuelle Fall zeigt jedoch, dass zusätzliche Prüfmechanismen eingeführt werden müssen. Die Veranstalter haben deshalb ihre Prozesse überprüft und verschiedene Massnahmen wie beispielsweise entsprechende Tools zur Vorabprüfung eingeführt.
Die anderen beiden Nominierten waren:


Die Kompositionen der drei Nominierten, deren Werke am 2. Oktober vom Tonhalle-Orchester uraufgeführt wurden, wurden von der Jury (siehe unten) aus 170 Einreichungen aus 36 Ländern ausgwählt. Die Aufgabe bestand darin, den siebenminütigen Kurzfilm WILD LOVE von Paul Autric, Quentin Camus, Léa Georges, Maryka Laudet, Zoé Sottiaux und Corentin Yvergniaux für Symphonieorchester zu vertonen. Abgabetermin war der 16. Juni 2025.
Die Mitglieder der Jury waren:




Den Rahmen der Preisverleihung bildete ein Filmmusikkonzert. Neben den Kompositionen der drei Finalisten führte das Tonhalle-Orchester unter der Leitung von Frank Strobel Stücke der Jury-Präsidentin Hildur Guðnadóttir auf, die am selben Abend den Career Achievement Award des ZFF entgegennahm. Durch den Abend führte Sandra Studer.
Der Anlass wird vom Zurich Film Festival, von der Tonhalle-Gesellschaft Zürich AG und vom Forum Filmmusik veranstaltet.